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Luftige Autobahnen

Wer kennt sie nicht die Szenen aus alten Science-Fiction-Filmen, in welchen Autos und andere Flugobjekte einen mehrstöckigen Stadtverkehr bilden? Mit dem Bau des Mobilfunkstandards 5G wird diese Vision für den Datentransport Realität. Zwar werden wir als Menschen auch in Zukunft am Erdboden kleben. Für die mobile Kommunikation eröffnen sich jedoch ganz neue Dimensionen. Mit grossem Potenzial für die Industrie.

5g_re.jpgBild: Shutterstock

Schneller, verlässlicher, universeller einsetzbar: die Möglichkeiten des neuen Mobilfunkstands 5G, der in den kommenden Jahren stufenweise in der Schweiz eingeführt wird, sind erstaunlich. Im Vergleich zu den jetzigen Mobilfunknetzen ist die Datenübertragung pro Handy 10 bis 30 Mal scheller, die Datenkapazität einer Funkzelle ist insgesamt gar fast 1000 Mal höher.

5G ist im Millimeter-Wellen Frequenzbereich angesiedelt. Dies ermöglicht im Vergleich zum Spektrum der aktuellen Mobilfunksysteme die erwähnte einzigartige Datenkapazität. Die Nutzer freuts. So werden datenintensive Anwendungen wie Virtual Reality übers Handy auch ausserhalb des hauseigenen WLAN-Netzes möglich sein.

Der Mobilfunkanbieter Sunrise hat erste Antennen im November 2018 Skigebiet Laax-Flims installiert.

fyf.jpgBild: Grap Sogn Gion, Weisse Arena, Laax

Bis man als normaler Handy-User 5G selbst erleben kann, ist noch etwas Geduld gefragt. Die ersten Geräte für den Endnutzer sind für die zweite Jahreshälfte 2019 zu erwarten.

Grosses Potenzial für die Industrie

Neben der Geschwindigkeit besticht 5G noch mit anderen Eigenschaften. Eine davon ist die Netzwerkdichte. Die neue Technologie erlaubt es, viel mehr Geräte auf der gleichen Fläche zu vernetzen. Dies ermöglicht es beispielsweise, auch Komponenten von Maschinen in ein lokales Drahtlos-Netzwerk einzubinden.

Heute sind industrielle Produktionsstrassen in der Regel über Kabel miteinander verbunden. Zwar kann über moderne IT bereits heute eine hohe Individualität in der Fertigung erreicht werden, in Zukunft dürfte sich die Möglichkeiten aber noch stark erhöhen.

Werden Daten kabelfrei übertragen, so können Maschinen fast beliebig neu zusammengestellt werden. Eingegangene Bestellungen können so rasch auf unterschiedliche Weise abgearbeitet werden. Die Losgrösse 1, das heisst das Produkt, das nur einmal für den einzelnen Kunden hergestellt wird, rückt damit in vielen Bereichen immer näher.

Neben dieser Flexibiliät in der Konfiguration führen die zusätzlichen Datenkapazitäten bereits jetzt zu erheblichen Vorteilen. Die Firma Ypsomed hat 5G ausprobiert und wendet die neue Technologie erfolgreich an.

In Deutschland interessieren sich daher auch Unternehmen für die neuen 5 G-Lizenzen. In der Schweiz wird der Bund im Januar  2019 die Lizenzen unter den Mobilfunkanbietern versteigern.

Was bringt die Zukunft?

Neben der Datenmenge und der Netzdichte sind die Antwortzeiten eine dritte wichtige Neuerung. Diese sind bei 5 G extrem tief. Wenn zwischen dem Empfangen und Senden von Daten nur Millisekunden liegen, so lässt dies nicht nur in der industriellen Produktion ganz neue Anwendungen zu (siehe oben, Ypsomed), auch das autonome Fahren rückt beispielweise einen Schritt näher.

Schnelle Reaktionszeiten sind im Verkehr unerlässlich. Mit 5G steht eine Technologie vor der Tür, die virtuelle Konzepte allmählich zur Realität werden lässt.

continental.jpgBild: continental

Nächstes Jahr soll es in der Schweiz mit 5G mit Meilenstiefeln vorangehen. Swisscom plant, 60 Ortschaften bis Ende 2019 mit 5G zu versorgen.

Auch die Industrie wird sich auf den Weg machen. 5G wird eine Lokomotive für Industrie 4.0 sein.

Tags: Mobilität, Technologie

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